11
Dez
2017

Morphing in der Praxis am Beispiel des Werbeteasers für den Holo-Stylus von Holo-Light

Richtig umgesetzt bietet Morphing schier endlose Möglichkeiten, wie sich eine Person in eine andere verwandelt. Doch dieser Spezialeffekt hat auch seine Tücken. Wir zeigen anhand eines Werbeteasers für das neueste Produkt der Firma Holo-Light wie dieser Spezialeffekt gelingt.

Die Aufgabe:

Die Firma Holo-Light, Experten für Mixed-Reality-Software, wünschte sich einen 40-Sekunden-Werbeteaser für ihr neues Produkt „Holo-Stylus 3D“. Mit diesem Stift lassen sich im 3D-Space Dinge in Existenz bringen. Der Teaser sollte deutlich machen, wie vielseitig Holo-Stylus einsetzbar ist. Gleichzeitig auch die breite Anwendergruppe hervorheben: Ob Künstler, Mechaniker, Businessfrau oder Ingenieur – Holo-Stylus eröffnet ihnen allen neue Möglichkeiten für Kreativität. Die Herausforderung: Der Film sollte emotional und keinesfalls zu technisch sein, dennoch die Thematik klar rüberbringen.

Das Konzept:

4 Protagonisten – vom Typ und Anwendungsbereich unterschiedlich – nutzen den Holo-Stylus kreativ oder zur Arbeitserleichterung. Im Sinne eines dynamischen und kurzweiligen Teasers gehen sie mit ihren Tätigkeiten fließend ineinander über. Morphing macht’s möglich! Ein Spezialeffekt, bei dem durch gezielte Verzerrungen ein Bild in ein anderes Bild überführt wird.

Damit später in der Postproduktion alles glatt ging und die einzelnen Teile nahtlos ineinander übergehen konnten, musste der Dreh akribisch vorbereitet werden:

  • Musik auswählen
  • Animatic (gefilmtes Storyboard) für die interne Visualisierung erstellen
  • Choreografie für alle Bewegungsabläufe entwickeln und Musiklänge definieren

Für das Morphing ist es wichtig, dass alle Darsteller die Bewegungen der Choreografie möglichst gleich und in derselben Geschwindigkeit vollziehen. Zudem muss der Kameramann immer dieselbe Fahrt hinbekommen. Daher wurde langsamer agiert und auch die Musik an den kniffligen Stellen in entsprechend reduziertem Tempo abgespielt. So konnten die Bewegungen der Darsteller und die Kamerafahrt synchronisiert werden. Außerdem haben wir in 50 Bildern pro Sekunde gedreht, um nachträglich die Geschwindigkeit mit möglichst wenig Qualitätsverlust angleichen zu können. Schließlich ist es niemandem möglich 100% auf den Punkt zu sein.

Gedreht wurde in einer weißen Hohlkehle. Damit schufen wir einen cleanen Highkey Look. Zudem konnten die Akteure nachträglich problemlos repositioniert werden. Allerdings hat man wenige bis gar keine Tiefeninformation. Daher mussten wir für den späteren Einbau der 3D-Elemente Trackingmarker anbringen.

Fazit:

Eine gute Vorbereitung ist ein Muss, damit das Morphing später richtig umgesetzt werden kann. Pre-Visualisierungen sind dabei von Vorteil. Der Dreh vor neutralem Hintergrund (grün oder weiß) spart viel Zeit beim späteren Freistellen. Durch einzelne „echte“ und nicht digital nachbearbeitete Effekte – wie in diesem Fall z. B. der wegfliegende Schal – wirkt es insgesamt realistischer.

Stimmen der Beteiligten:

„Euer Werbe-Teaser macht Gänsehaut. Einfach nur Hammer und perfekt.“

Kunde Holo-Light

„Bei einem Morph-Effekt gibt es nahezu endlose Möglichkeiten, wie sich die eine Person in die andere verwandelt. Oft funktioniert der Effekt nicht richtig und man muss eine andere Transformationsmöglichkeit finden. Die Findungsphase kostet da am meisten Zeit, da eine Sekunde Morph bis zu 1000 Keyframes möglich sind.“

Chon-Dat Nguyen
Regie & Grafik

„Für den Dreh waren zwei Tage angesetzt. Ein Tag, um die Choreografie einzustudieren und die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Am zweiten Tag wurde dann mit Steady-Cam und Sfx final gedreht. Aufgrund der guten Zusammenarbeit und Vorbereitung aller Beteiligten am ersten Tag, war das ganze Footage innerhalb weniger Stunden final im Kasten!“

Maximilian Schlick
Retuschen & 3D

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