25
Jan
2012

Hi-Speed und Low Cost: die Olympus i-SPEED PL

i-Speed-PL-Shot-1_03Im Januar lud der Kameraspezialist pure4c bei München zu einer Produktpräsentation eines Herstellers ein, mit dem Film- und Videoprofis bisher eher selten zu tun gehabt haben dürften: Olympus. Die vor allem für Fotokameras bekannte Marke stellte eine neue Hi-Speed-Kamera namens i-SPEED PL vor.

Olympus ist in Wahrheit nur zum kleinen Teil ein Hersteller von Consumer-Kameras. Der Schwerpunkt liegt auf der Medizin-Technik (Endoskope, Mikroskope) und Industrie-Prüfgeräten.

Aus letzterer Division entstammen die Hi-Speed-Kameras für die Industrie, und daraus wiederum nun die Variante für die Film- und Videowelt.

Die PL-Variante der i-SPEED 3 erlaubt, wie der Name schon sagt, den Anschluss von PL-Mount-Objektiven, wie sie bei Kinokameras üblich sind.
Ein herausragendes Merkmal der Kamera ist der CMOS-Sensor, der auf die Fläche eines KB-Negativs (wie z.B. die Canon 5D) nur 1280×1024 Pixel verteilt – viel Licht also für jeden einzelnen Bildpunkt. Das ist bei den extrem kurzen Belichtungszeiten im Hi-Speed-Bereich ausschlaggebend für ein rauscharmes Bildergebnis. Freilich ergibt sich hieraus auch die Einschränkung auf 720p, wenn man in 16:9 arbeiten möchte.

Neu bei der PL ist auch die Möglichkeit, neben einem proprietären Format auch „RAW“-Videos in 10-Bit-Qualität auszugeben. Aufgezeichnet wird aber immer zunächst auf einen internen 8 GB  Ringspeicher, der nach der Aufnahme auf eine CF-Card oder einen angeschlossenen PC-Laptop kopiert wird.
Allgemein muss für das Daten-Handling ähnlich wie bei der RED genug Zeit für das Kopieren und Konvertieren der Daten eingeplant werden. Es ist aber sehr einfach, den benötigten Ausschnitt vorher auf dem Bedienpanel einzugrenzen, was die Sache extrem beschleunigt. für den Schnitt müssen die Aufnahmen dann mit einer Olympus-Software in TIFF-Sequenzen gewandelt werden.

Wir waren von der Ästhetik und Qualität der Zeitlupenaufnahmen sehr angetan. Möglich sind bis zu 5000 fps, dann aber nur bei 804 x 452 px. Interessant ist die Kamera aber nicht zuletzt wegen der attraktiven Preislage im Vergleich zu Wettbewerbern wie Weisscam oder Phantom: Der bisher einzige Verleiher Camelot aus Berlin veranschlagt für die Kamera (ohne Optik) ca. 1000€ Tagesmiete (Listenpreis).

Da die Bedienung der Kamera sehr einfach ist, wie uns demonstriert wurde, kann man sie nach vorheriger Einweisung für den Kameramann auch ohne eigenen Operator buchen. Wichtig ist dann natürlich, dass der Kameramann nach Möglichkeit schon Erfahrungen mit Hi-Speed hat. Auch ein 3D-Setup ist problemlos möglich. Da die Kameras aus der Industrie kommen, lassen sie sich mit einem einfachen Master-Slave-Kabel zu 100% synchron verkoppeln.

Weitere technische Infos gibt es bei Olympus (leider bisher nur zum Vorgängermodell i-SPEED 3). Der Produktflyer ist hier als PDF verfügbar.